Grausame Töchter – Support: Vampyros Lesbos

Venue: Das Bett, Frankfurt
Datum: 5. August 2025

Am Abend des 5. Septembers traten die beiden Bands Vampyros Lesbos und Grausame Töchter im Club Das Bett auf. Die Show bildete den Auftakt der Konzertreihe «Get your Overdose».

Es war unser erstes Konzert der beiden Bands und von Anfang an war klar, dass die Zuschauer:innen ein besonderes Erlebnis erwartete. Dass beim zweiten Konzert, dem der Grausamen Töchter, das neue Album schon vorgestellt wurde, verstärkte unsere Vorfreude.

Vor beiden Konzerten wurde auf der Leinwand ein Prolog zu den beiden Konzerten gezeigt, der durch die Narration Aranea Peels begleitet wurde. Die Erzählung stellte die beiden Bands und Konzerte in einen Zusammenhang und verband auch die Texte und die Musik beider Künstlerinnenformationen.

Vampyros Lesbos traten als Duo in mystischer Atmosphäre auf und versetzen ihr Publikum in eine beinahe schon erhabene Stimmung, eine digitale Begleitung der Leinwand hinter ihnen sicherte ihnen die Liebe des Publikums. Das Konzert lässt auf weitere Alben und Auftritte hoffen.

Ein Intermezzo zeigte in Nahaufnahme ein riesiges Augenpaar, das einen durch den Vorhang eines Seils hindurch beobachtete, dazu ein Zähler, der naturgemäss die Spannung des Publikums steigerte. Aranea Peel liess auf diese Weise ihr Publikum antizipieren, was kommen könnte.

Kurz vor Ablauf des Countdowns begann das Konzert, erneut mit einer Ouvertüre – diesmal mit dem ikonischen Stück BDSM for Satisfaction, das auch gleich die Art und Weise des nun Kommenden klarstellte für all jene, die vielleicht ein konventionelles Konzert erwartet hätten – auch wenn das angesichts des angekündigten Dresscodes und der Tatsache, dass die bereits genannten Bands auftreten würden doch erstaunlich gewesen wäre.

Es folgten fast 90 Minuten Performance, die den Begründer des Epischen Theaters neidisch gemacht hätten. In Brecht’scher Manier zerfetzt der Auftritt die Vierte Wand, wenn sich das Publikum auf einmal gar nicht mehr so wohl fühlt, wenn riesige Spritzen aufgezogen werden. Dieses Konzert ist mehr als Musik, ein furios-virtuoses Spiel mit seinem Kreis an Zuschauenden – ein atemloser Zauber, der in diesem Fall nicht nur die Annika-Reihe erweitert, sondern auch gekonnt die Neugierde auf das neue Album schürt (Release: Ende September), stark, kritisch und mit manch einem Seitenhieb versehen: Auch hier dürfte nicht nur Herr Brecht vor Neid erblassen.

Mein persönliches Highlight aber – und das toppt die Performance noch um eine Haaresbreite – bleiben die Gespräche mit den Künstlerinnen, der Austausch, das Feiern und der Tanz mit Thenia. Es bleibt nichts als meinen Dank auszudrücken für einen erinnerungswürdigen Abend. Und an alle, die das lesen werden, bleibt mir nichts zu sagen als: Jede:r sollte die Chance nutzen, einen solchen Auftritt live zu erleben.

 Denn für mich bilden diese beiden Konzerte einen der (bisherigen) Höhepunkte des Konzertjahres 2025 – zwei Frauenbands, die es schlicht beherrschen, ihr Publikum in ihre Welt(en) zu entführen: Hart, kompromisslos und gleichzeitig voller Spiel, Satire und Provokation.